Nur ein paar Orte, die der Landesverband Bayern der DGVN im Rahmen seiner jährlichen Studienreisen schon besucht hat. Auch in diesem Jahr wird die DGVN Bayern wieder eine Studienreise veranstalten.
Studienreise des DGVN-Landesverbands Bayern nach Ruanda

Bild: Plaisir Muzogeye (Wikimedia)
Vom 1. bis einschließlich 6. November 2026 planen wir als DGVN Landesverband Bayern exklusiv für DGVN Mitglieder eine Studienreise nach Ruanda.
Für die Vereinten Nationen ist Ruanda ein besonderer Partner. Die Vereinten Nationen unterstützen aktiv den Wiederaufbauprozess des Landes und fördern in enger Zusammenarbeit mit der Regierung ein Wirtschaftswachstum, das Armut reduziert, umweltverträglich und inklusiv ist. Gleichwohl bleibt das Versagen der internationalen Gemeinschaft angesichts des Völkermordes an den Tutsi von 1994 unvergessen. Zahlreiche Gedenkstätten ermöglichen eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Völkermord und der Rolle der Vereinten Nationen.
Geplant sind Gespräche mit Vertreter*innen verschiedener UN-Organisationen, der Deutschen Botschaft sowie Expert*innen aus dem Bereich Entwicklungszusammenarbeit und zivilgesellschaftlicher Akteure. Ein kulturelles Begleitprogramm und insbesondere der Besuch wichtiger Gedenk- und Erinnerungsorte werden ebenfalls angeboten.
Nähere Informationen mit Anmeldeunterlagen werden wir zu gegebener Zeit (voraussichtlich im Juni 2026) versenden.
Wenn Sie/Ihr Interesse an einer Teilnahme der oben skizzierten Studienreise haben/habt, möchten wir Sie/Euch bitten, eine Vorabinformation an unsere Geschäftsführerin Christina Risinger (risinger@dgvn-bayern.de) zu senden.
Wir freuen uns über Ihr/Euer Interesse!
Studienreise des DGVN-Landesverbands Bayern nach Ägypten - Einblicke in internationale Zusammenarbeit und Entwicklungsarbeit
Vom 2. bis 8. November 2025 fand die Studienreise des Landesverband Bayern der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) nach Ägypten statt
Vor Ort erhielten unsere Teilnehmenden die Gelegenheit, mit Vertreter:innen zentraler Akteure der internationalen Zusammenarbeit ins Gespräch zu kommen – darunter die Deutsche Botschaft, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), das Kinderhilfswerk UNICEF, das Goethe-Institut Kairo, die Konrad-Adenauer-Stiftung Ägypten, die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) sowie die Weltbank.
Verschiedene Field Trips verdeutlichten, wie wichtig die Arbeit der Vereinten Nationen im Land ist: Gemeinsam mit dem World Food Programme (WFP) besuchten wir eine Berufsschule, in der Geflüchtete und Ägypter:innen gemeinsam in nachgefragten Handwerksberufen wie Textilverarbeitung ausgebildet werden. In einem Krankenhaus lernten wir eine Ärzt:innen kennen, die im Auftrag des WFP geflüchtete Frauen während Schwangerschaft und Stillzeit betreuen.
Die Organisation UNHCR ist mit dem Schutz von Flüchtlingen und Staatenlosen beauftragt und organisiert für Ägypten die Registrierung und Versorgung der Schutzsuchenden aus dem Sudan. In einem Registrierungszentrum erhielten wir tiefe Einblicke in die komplexe Arbeit und die Sorgen der Geflüchteten vor Ort.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der SEKEM-Initiative im Nildelta – einer nachhaltigen Gemeinschaft von Bio-Landwirt:innen, Unternehmer:innen, Pädagog:innen und Kulturschaffenden, die sich für eine ganzheitliche Umsetzung der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung arbeiten.
Bei einem gemeinsamen Abendessen war Zeit für vertiefte Gespräche mit Carole Fahim von NoorNation und Mohamed Tarek von P-Vita. Die beiden gewannen die WPF Pitch Night für ihre herausragenden Ideen zur Bekämpfung von Hunger mit innovativen Geschäftsmodellen.
Beim Besuch der Pyramiden und der Sphinx von Gizeh erlebten wir eindrucksvolle Zeugnisse der altägyptischen Baugeschichte und UNESCO-Weltkulturerbe. Den Abschluss bildete eine Führung durch das neu eröffnete Grand Egyptian Museum (GEM), das rund 50.000 Exponate aus der Geschichte Ägyptens beherbergt.
Bericht über die Studienreise des DGVN-Landesverbandes Bayern der DGVN nach Äthiopien (23.-29. Juni 2019)
Seit der Amtsübernahme von Dr. Abiy Ahmed als Premierminister und Vorsitzender der Regierungspartei „Revolutionäre Demokratische Front der Äthiopischen Völker” im April 2018 hat Äthiopien rasante Reformen erlebt. Alle politischen Häftlinge wurden freigelassen, verbotene oppositionelle Gruppierungen wurden legalisiert, und faire und freie Wahlen werden vorbereitet. Menschenrechtsverletzungen sollen aufgearbeitet, die Täter zur Verantwortung gezogen werden. Spektakulär ist auch die neue Frauenpolitik: Die Hälfte des Kabinetts wurde mit Frauen besetzt, und mit Sahle-Work Zewde, der früheren Leiterin des VN-Büros in Nairobi, wurde erstmals eine Frau als Staatsoberhaupt gewählt.

Das Hauptquartier der Afrikanischen Union in Addis Abeba; UN Photo / Antonio Fiorente
Die äthiopische Regierung erkannte nun das 2002 geschlossene Abkommen über die Grenzziehung mit Eritrea an und schloss im Juli 2018 mit dem einstigen Kriegsgegner einen Friedensvertrag. Auch im Innern sucht der erste Premierminister aus der ethischen Gruppe der Oromo den Ausgleich und schloss im August 2018 ein Friedensabkommen mit der Rebellenbewegung Oromo Liberation Front (OLF). Ihre Kämpfer sollen in die Sicherheitskräfte eingegliedert werden.
Mit dem Reiseziel Äthiopien würdigte der Landesverband Bayern die Reformpolitik des an die 110 Mio. Menschen zählenden Landes, das Sitz der Afrikanischen Union (AU) ist. Es ist auch eine ökonomische Drehscheibe in Ostafrika. Das Land möchte bis 2025 in die Liga der Schwellenländer aufsteigen und konnte im Zeitraum 2015-2019 mit einer durchschnittlichen realen BIP-Wachstumsrate von 9,3 Prozent gemäß IWF punkten.


